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8 Minuten LesezeitPeter Siebenhandl

Immobilien-Leadgenerierung in Österreich: Welche Kanäle für Makler wirklich funktionieren

Jeder Makler in Österreich hat dieselbe Frage: Woher kommen die nächsten Verkaufsaufträge? Es gibt sechs Antworten. Keine ist falsch, aber sie unterscheiden sich darin, was sie kosten, wie planbar sie sind und wem der Kontakt am Ende gehört.

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Was Leadgenerierung für Makler eigentlich heißt

Leadgenerierung heißt: den Kontakt zu einem Eigentümer bekommen, bevor er einen Makler beauftragt hat. Nicht zu einem Käufer: Käufer gibt es auf jedem Portal reichlich. Der Engpass jedes Maklerbüros sind Verkäufer, und jeder Kanal in diesem Artikel wird daran gemessen, ob er verkaufsbereite Eigentümer bringt.

Für jeden Kanal gibt es drei Fragen: Was kostet er, in Geld und in deiner Zeit? Wie planbar ist er? Und: Gehört dir der Kontakt, oder gehört er jemand anderem?

1. Lead-Portale: schnell, billig, geteilt

Portale sammeln Bewertungsanfragen und verkaufen sie an Makler, meist an mehrere gleichzeitig. Das ist der schnellste Weg zu Kontakten und der schlechteste zu Aufträgen: Der Eigentümer bekommt drei bis fünf Anrufe und geht beim dritten nicht mehr ans Telefon. Planbar ist es nur in der Menge, nicht in der Qualität. Und der Kontakt gehört dem Portal.

Sinnvoll als Überbrückung oder für Büros mit einem Team, das innerhalb von Minuten anruft. Als Hauptquelle ist die Mechanik gegen dich gebaut.

2. Meta-Anzeigen: Eigentümer erreichen, bevor sie suchen

Facebook und Instagram erreichen Eigentümer in deinem Gebiet in dem Moment, in dem der Verkauf noch ein Gedanke ist, beim Scrollen am Abend, nicht bei der Suche. Die Anzeige stellt eine Frage, die Seite beantwortet sie, der Eigentümer meldet sich bei dir. Du bist der Erste, mit dem er spricht.

Kosten: Honorar plus Werbebudget über dein Konto. Planbar ab dem zweiten Monat, wenn die Lernphase vorbei ist. Der Kontakt gehört dir. Unsere beiden Referenzfälle (fünf und sieben verkaufsbereite Anfragen in zwei bzw. vier Wochen) liefen ausschließlich über diesen Kanal.

3. Google Ads: Nachfrage abfangen, die schon da ist

Wer bei Google „Haus verkaufen Baden“ eintippt, hat entschieden. Google Ads bringen dich genau in diesem Moment vor ihn, und vor jeden Mitbewerber, der dasselbe Keyword bezahlt. Der Kanal ist umkämpft, in Wien teuer, außerhalb erstaunlich günstig. Er funktioniert nur mit sauberer Ausschlussliste (Mieter, Jobsucher, Musterverträge) und einer Zielseite, die zur Suche passt.

Kosten: Honorar plus Klickbudget. Planbar ab Monat zwei. Der Kontakt gehört dir. Ideal in Kombination mit Meta: Meta weckt, Google fängt ab.

4. Empfehlung und Netzwerk: das Beste, was nicht skaliert

Der beste Auftrag ist der empfohlene. Kein Wettbewerb, volles Vertrauen, oft der bessere Preis. Das Problem: Empfehlungen kommen, wann sie wollen. Du kannst sie pflegen (Nachfassen, Dankeschön, Kontakt halten) aber nicht bestellen. Kosten: deine Zeit. Planbar: nein. Gehört dir: ja.

5. Telefonakquise: funktioniert, frisst den Chef

Eigentümer von Privatinseraten anrufen, verkaufte Objekte nachfassen, Nachbarn informieren. Es funktioniert, bei denen, die es können und durchhalten. Es skaliert nur mit Personal, und es ist in Österreich rechtlich enger geworden: Unerbetene Werbeanrufe sind ohne Einwilligung nicht zulässig. Kosten: Zeit, viel davon. Planbar: nur mit Disziplin. Gehört dir: ja.

6. Veranstaltungen und lokale Präsenz: langsam, aber tief

Eigentümerabende, Sponsoring im Ort, der Stand beim Straßenfest, Vorträge bei der Bank. Baut lokale Marke auf, bringt Kontakte mit Vorlauf von Monaten. Kosten: moderat, aber Zeit. Planbar: kaum. Gehört dir: ja, und es zahlt auf alles andere ein, weil Menschen dich kennen, wenn deine Anzeige auftaucht.

Welche Kombination für ein Büro mit fünf bis zwanzig Leuten passt

Ein Kanal, der planbar Anfragen bringt und dir gehört: Meta, ergänzt um Google, sobald das Gebiet Volumen hat. Dazu das, was du ohnehin tust: Empfehlungen pflegen, im Ort sichtbar sein. Portale höchstens als Überbrückung, mit Enddatum. Telefonakquise, wenn du jemanden hast, der es kann.

Der Fehler, den wir am häufigsten sehen: alles gleichzeitig, nichts konsequent. Drei Wochen Anzeigen ohne Zielseite, dann zurück zu den Portalen, dann „Ads funktionieren nicht“. Ein Kanal, sauber gebaut, sechs Monate durchgehalten, das ist der Unterschied.

Kurz gesagt

Sechs Kanäle, drei Fragen: Was kostet er, wie planbar ist er, wem gehört der Kontakt? Portale sind billig und gehören dir nicht. Empfehlungen sind Gold und nicht planbar. Anzeigen sind der einzige Kanal, der planbar ist und dir gehört, wenn er ein System hat und Zeit bekommt.

Fragen dazu

Welcher Kanal bringt am schnellsten Verkaufsaufträge?

Am schnellsten Kontakte: Portale, ab morgen. Am schnellsten Aufträge, die dir gehören: Meta-Anzeigen, in den Referenzfällen kamen die ersten verkaufsbereiten Anfragen nach zwei bzw. vier Wochen.

Wie viel Budget braucht ein Maklerbüro für Leadgenerierung?

Das hängt vom Gebiet und vom Kanal ab. Unsere Betreuung startet bei 1.000 € netto im Monat, das Werbebudget kommt dazu und richtet sich danach, wie viele Anfragen pro Woche du bearbeiten kannst, nicht danach, wie viel maximal geht.

Ist Telefonakquise in Österreich erlaubt?

Werbeanrufe bei Privatpersonen ohne deren vorherige Einwilligung sind nach dem Telekommunikationsgesetz unzulässig. Was im Einzelfall geht (etwa das Nachfassen bei bestehenden Kontakten) sollte ein Rechtsbeistand beurteilen.

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